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Erbrecht - neu ab 1. Jänner 2017

Oktober 2016

Erbrecht Folder downloadenDie Erbrechtsreform bringt umfangreiche Änderungen. Hier ein Überblick:

Weniger Pflichtteilsberechtigte

Manche Personen haben Anspruch auf das Erbe, auch wenn sie nicht im Testament bedacht wurden. Nun steht der Pflichtteil nur noch den Nachkommen und dem Ehegatten (oder eingetragenen Partner) zu.

Stundung des Pflichtteils

Eine Stundung kann in der letztwilligen Verfügung (zB Testament) oder – auf Verlangen des Erben – durch das Gericht auf höchstens fünf (maximal zehn) Jahre vorgesehen werden.

Enterbung

Bisher war der Entzug des Pflichtteils („Enterbung“) möglich, wenn der Pflichtteilsberechtigte den Verstorbenen zu Lebzeiten „hilflos gelassen“ hat oder ihm gegenüber eine gerichtlich strafbare Handlung begangen hat. Nun verwirkt man auch mit strafbaren Handlungen gegen Angehörige des Verstorbenen und groben Verletzungen der Pflichten aus dem Eltern-Kind-Verhältnis sein Erbrecht.

Außerordentliches Erbrecht für Lebensgefährten

Gibt es keine gesetzlichen oder per Testament eingesetzte Erben, erbt automatisch der Lebensgefährte. Neu ist auch, dass das gesetzliche Vorausvermächtnis auf Lebensgefährten erweitert wird. Dies ist das Recht (bis zu einem Jahr) in der gemeinsamen Wohnung weiter zu wohnen.

Automatische Aufhebung von Testamenten durch Scheidung

Eine letztwillige Verfügung, die zugunsten des Ehepartners, des eingetragenen Partners oder des Lebensgefährten errichtet wurde, wird durch die rechtskräftige Scheidung bzw Auflösung der eingetragenen Partnerschaft oder Lebensgemeinschaft (unabhängig vom Verschulden) automatisch aufgehoben.

Pflegevermächtnis

Dem Verstorbenen nahestehende Personen, die diesen in den letzten drei Jahren vor dessen Tod mindestens sechs Monate lang (mehr als 20 Stunden im Monat) gepflegt haben, erhalten ein Pflegevermächtnis. Der Wert der Leistungen orientiert sich am Nutzen für den Verstorbenen.

Neue Formvorschriften beim Testament, Erben und Ausland

Es gelten strengere Anforderungen an fremdhändige Testamente, wie z.B. Computerausdrucke. Man benötigt Zeugen, wobei manche Personen ausgeschlossen sind.
Bereits seit 17. August 2015 ist die Europäische Erbrechtsverordnung in allen EU-Mitgliedstaaten (mit Ausnahme von Dänemark, Großbritannien und Irland) anwendbar. Sie regelt, welches Erbrecht bei internationalen Erbfällen anzuwenden ist. Seither wird nicht mehr an die Staatsbürgerschaft des Verstorbenen angeknüpft, sondern an seinen gewöhnlichen Aufenthalt zum Zeitpunkt des Todes. Wollen Sie, dass österreichisches Erbrecht angewendet wird, können Sie das durch Rechtswahl in Ihrer letztwilligen Verfügung (zB Testament) regeln.

Eine ausführliche Beschreibung der Neuerungen finden Sie in der Broschüre Das neue Erbrecht.

Beratungspaket „Erbrechts-Check“

Zum Fixpreis von € 120,- inkl. USt werden grundsätzliche Fragen zum Erbrecht behandelt:

  • Wie kann ich eine letztwillige Verfügung errichten?
  • Was kann ich frei regeln, was muss ich pflichtteilsberechtigten Erben überlassen?
  • Welche Zuwendungen hat ein Erbe / Dritter zu Lebzeiten erhalten? Müssen bzw. sollen Zuwendungen auf den Erbteil angerechnet werden?

Vereinbaren Sie einen Beratungstermin, damit Sie Ihr Erbe so verteilt wird, wie Sie dies wollen und Streit vermieden wird.

Impressum - Disclaimer  - © Rechtsanwalt Mag. Clemens Binder-Krieglstein - am 08.06.2017 zuletzt aktualisiert