Seite 4 von 5 ErsteErste ... 2345 LetzteLetzte
Zeige Ergebnis 61 bis 80 von 89

Thema: EU-Fluggastrechteverordnung - Leitfaden zur Abwicklung

  1. #61
    Registriert seit
    02.09.2011
    Ort
    Vorarlberg
    Beiträge
    1.092

    Standard

    Pauschalreise München - Colombo - München mit Umsteigen in Dubai.

    Wegen Chaos in Dubai Weiterflug verpaßt, mit 19 h Verspätung in Colombo angekommen.

    Weiß jemand schon Näheres, ob die Pauschalbeträge nach der FluggastrechteVO - bei Vorliegen einer Pauschalreise - gegen das ausführende Flugunternehmen am Verbrauchergerichtsstand nach Art 15 Abs 1 u 3 EuGVVO geltend gemacht werden können (das wäre hier in Bregenz)?

    Oder können die Pauschalbeträge nach der FluggastrechteVO gegen das ausführende Unternehmen auch bei Vorliegen einer Pauschalreise nur am Abgangsort eingeklagt werden?

    Habe dazu noch nichts gefunden, jedoch sind wir in der Kanzlei mit reiserechtlicher Literatur nicht sehr gut bestückt.
    Geändert von Flx (12.01.2018 um 09:47 Uhr)

  2. #62
    Registriert seit
    15.08.2010
    Beiträge
    549

    Standard

    Zitat Zitat von Flx Beitrag anzeigen
    Weiß jemand schon Näheres, ob die Pauschalbeträge nach der FluggastrechteVO - bei Vorliegen einer Pauschalreise - gegen das ausführende Flugunternehmen am Verbrauchergerichtsstand nach Art 15 Abs 1 u 3 EuGVVO geltend gemacht werden können (das wäre hier in Bregenz)?

    Oder können die Pauschalbeträge nach der FluggastrechteVO gegen das ausführende Unternehmen auch bei Vorliegen einer Pauschalreise nur am Abgangsort vorgegangen werden.
    Ich habe das mal kurz recherchiert und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass am Abflughafen zu klagen wäre, nicht am Verbrauchergerichtsstand, habe dazu leider keinen AV verfasst, da M sich mit der außergerichtlich geleisteten Zahlung einverstanden erklärt haben.

  3. #63
    Registriert seit
    14.05.2013
    Beiträge
    93

    Standard

    Ich hab folgenden Fall: MD (Unternehmer) bucht Flug von Wien nach Brüssel und am selben Tag Rückflug (Geschäftstermin in Brüssel).

    Beim Hinflug gibt es noch in Wien Rauch in der Kabine. Nach einiger Zeit wird Flug annuliert (umbuchen auf zeitnahen anderen Flug nicht mehr möglich).

    MD bekommt 7 Stunden späteren Flug von Wien nach Brüssel.

    Problem: Der Termin geht sich nicht mehr aus. MD muss den Rückflug Brüssel - Wien am selben Tag verfallen lassen und einen anderen Rückflug am nächsten Tag buchen. Zusätzliche Kosten für 2. Rückflug, Hotelunkterunft, Gewand etc. Am Flughafen verweigerte man den MD den Ersatz aller Kosten.

    Fluglinie muss ich noch eruieren, da noch nicht klar ist wer Flug ausführte (2 mögliche Kandidaten, 1 davon Sitz in Wien)

    Kann ich abgesehen von den 250 € nach FluggastrechteRL die anderen Ansprüche auch geltend machen? Nach welchem Recht, Gerichtsstand? Wie sieht die Praxis aus, wird eine Klage notwendig sein?

    Danke vorab!

  4. #64
    Registriert seit
    01.09.2006
    Ort
    Wien
    Beiträge
    2.238

    Standard

    Kannst du schon geltend machen, nach allgemeinen schadenersatzrechtlichen Regeln ex contractu. Allerdings würde ich auf der Gegenseite Schadensminderungspflicht einwenden. Wenn sich Termin eh nicht mehr ausging, warum ist er dann geflogen?

  5. #65
    Registriert seit
    24.11.2009
    Beiträge
    405

    Standard

    Der Termin wird am nächsten Tag noch gewesen sein?!

  6. #66
    Registriert seit
    14.05.2013
    Beiträge
    93

    Standard

    kurzes Update: MD wollte unkompliziert nur den pauschalen Ersatz nach EUGVVO - den haben wir (erst) nach Klage auch von Brussles Airlines bekommen. Auf Aufforderungsschreiben keine Reaktion.

    MD hatte nun wieder "Pech" Flug mit Swiss von Wien - Zurich - San Francisco gebucht. Der Flug von Zürich nach San Francisco hatte über 3 Std Verspätung..

    Klage in Österreich ist denk ich aus zwei Gründen möglich 1) Flug wurde von Swiss direkt gebucht und dort mit Zwischenstopp in Zürich angeboten 2) Zweigniederlassung in Schwechat

  7. #67
    Registriert seit
    01.09.2006
    Ort
    Wien
    Beiträge
    2.238

    Standard

    Wo hat die Swiss eine Zweigniederlassung in Schwechat? Sich auf den Schalter zu stützen, haben schon viele versucht. Wohlgemerkt "versucht".

    Schau dir im Übrigen an:
    ZVR 2017/185 S 339 (Mayr) - ZVR 2017,339 (Mayr)
    Geschäftszahl 5Nc25/16w
    Entscheidungsdatum 16.12.2016

  8. #68
    Registriert seit
    14.05.2013
    Beiträge
    93

    Standard

    also laut Firmenbuch gibt es seit 2002 eine Zweigniederlassung im Office Park Schwechat

    Was mich aber eher verunsichert, ist ob die Schweizer Fluglinie beim Flug Wien-Zürich- San Francisco überhaupt der EuGVVO unterliegt.. Hab dazu im Internet recherchiert und das dürfte nicht ganz geklärt sein.. am ehesten wohl wenn ich sage, es wurde als einheitlicher Flug gebucht (was ja auch stimmt, Mandant wollte von Wien nach San Francisco)..

    Ich hab jetzt mal außergerichtlich gemahnt..

    Diese Fluggastgeschichten sind eher überhaupt mühsam, ich finde es nur eine Ungerechtigkeit, dass es alle Airlines offenbar immer auf die Klage ankommen lassen..

  9. #69
    Registriert seit
    14.05.2013
    Beiträge
    93

    Standard

    Ein Presseartikel zu Fluggastrechten:

    https://diepresse.com/home/wirtschaf...er-Verspaetung

  10. #70
    Registriert seit
    18.12.2018
    Beiträge
    1

    Standard

    Da ich keine Erfahrung mit Fluggastrechte-Verfahren habe: Wie laufen diese Verfahren grds ab und wie schnell wird das abgefertigt? Muss der Mandant aussagen oder reicht ein sonstiger Nachweis, dass der Flug verspätet oder ausgefallen ist? Das BG Schwechat scheint ja ziemlich überlastet zu sein, da eine Ausschreibung der TS länger dauern wird. Sind alle Gerichte damit überlastet? Wo klagt ihr die AUA, wenn der Abflug oder die Ankunft nicht in Wien/Schwechat war (BGHS?, AUA hat ja auch eine Adresse am Flughafen)? Linz oder Graz sind ja weiter weg und wenn es einen Einspruch gibt, wär das ja mühsam.

  11. #71
    Registriert seit
    29.11.2005
    Ort
    Wien
    Beiträge
    350

    Standard

    Hatte privat letztes Jahr das gleiche Problem mit der Swiss.
    Auf dem Weg nach San Francisco habe ich den Anschlussflug verpasst und musste in Zürich übernachten.
    Am Schalter der Swiss waren die dort massiv überfordert. Die Entschädigung habe ich am Ende über die Agentur für Fluggastrechte bekommen.

    https://www.apf.gv.at/de/agentur-fue...-apf-home.html

    Insgesamt EUR 1.800 plus Telefonkosten (3 Personen).

    Grundsätzlich werden dort bei Swiss
    sicherlich Emails gut abgelegen, innerhalb der Passagiere unterschiedlich behandelt und anfänglich einfach abgelehnt. Bearbeitungszeit von Emails sind mehrere Wochen.

    Das hat System und ist im Grunde ein Witz.

    Ich habe es dann einfach kostenlos der Agentur gegeben und zwei Wochen später war das Geld am Konto.

    Hinweis:
    Nach Art. 12 Abs. 1 FluggastrechteVO gilt diese Verordnung unbeschadet eines weitergehenden Schadensersatzanspruchs des Fluggastes. Die nach dieser Verordnung gewählte Ausgleichszahlung kann auf einen weitergehenden Schadensersatz angerechnet werden. Hierunter sind Schadenersatzansprüche nach nationalem Recht zu verstehen.

    Für die vorab bezahlten Kosten für das nicht genutzte Hotel (1 Nacht am Zielort) und Mietwagen (1 Tag am Zielort) bin ich dann leider sitzen geblieben.
    Siehe zudem auch die Beförderungsbedingungen der Swiss bzgl. Folgekosten.
    Geändert von Lohi (09.07.2019 um 09:47 Uhr)

  12. #72
    Registriert seit
    15.08.2010
    Beiträge
    549

    Standard

    Mit einer Ausnahme haben bislang alle Fluglinien nach Klagseinbringung gezahlt, die AUA hat einmal Einspruch erhoben, Verfahren vor dem BG Schwechat, vorbereitende TS, eine TS zur Beweisaufnahme (M und ein informierter Vertreter der AUA, der den Ablauf bei Code-sharing Flügen darlegte), danach schriftliches Urteil, welches die auch AUA akzeptierte.

  13. #73
    Registriert seit
    12.08.2011
    Ort
    BN
    Beiträge
    138

    Standard

    Eine jüngste Erfahrung mit Eurowings: Außergerichtliche Korrespondenz zunächst ignoriert, auf nachdrückliche Schreiben kamen dann nicht nachvollziehbare Begründungen warum der Anspruch nicht zustünde, also Klage beim BG Schwechat, dort VU bekommen, später Rechtskrafts- und Vollstreckbarkeit bekommen (Ende Mai), Fluglinie zahlt noch immer nicht (wurde schon zweimal zur Erfüllung des Urteiles aufgefordert, zuletzt mit Androhung der Exekution). Bleibt wohl nur die Vollstreckung... in Deutschland.
    "Wie das Gericht mal was in die Hand nimmt, stehts schlimm." - Der brave Soldat Schwejk

  14. #74
    Registriert seit
    15.08.2010
    Beiträge
    549

    Standard

    FEX am Vollzugsort Flughafen Schwechat der sich dort aufhaltenden Flugzeuge? Hab ich noch nicht geprüft, aber ich denke, die am BG Schwechat beschäftigten GV werden damit schon Erfahrung haben.

  15. #75
    Registriert seit
    12.08.2011
    Ort
    BN
    Beiträge
    138

    Standard

    Zitat Zitat von yunki Beitrag anzeigen
    FEX am Vollzugsort Flughafen Schwechat der sich dort aufhaltenden Flugzeuge? Hab ich noch nicht geprüft, aber ich denke, die am BG Schwechat beschäftigten GV werden damit schon Erfahrung haben.
    Interessanter Gedanke, vielen Dank! Ich halte euch auf dem Laufenden wie es weitergeht.
    "Wie das Gericht mal was in die Hand nimmt, stehts schlimm." - Der brave Soldat Schwejk

  16. #76
    Registriert seit
    26.06.2009
    Ort
    Wien
    Beiträge
    5.180

    Standard

    War auch mein erster Gedanke, hier ein Flugzeug zu pfänden.

    Hat nicht ein ehemaliges Mitglied dieser Runde einmal die Hofburg pfänden lassen?
    Wer die Wahrheit im Wein sucht, darf nicht nach einem Achterl schon aufgeben.

  17. #77
    Registriert seit
    01.09.2006
    Ort
    Wien
    Beiträge
    2.238

    Standard

    Hat es schon gegeben. Flugzeugpfändung.

  18. #78
    Registriert seit
    29.11.2005
    Ort
    Wien
    Beiträge
    350

  19. #79
    Registriert seit
    15.08.2010
    Beiträge
    549

    Standard

    C-502/18
    Flugverbindung aus zwei von unterschiedlichen Luftverkehrsunternehmen durchgeführten Flügen – Große Verspätung, die beim zweiten, von einem Unternehmen mit Sitz in einem Drittland durchgeführten Flug aufgetreten ist, dessen Abflug- und Ankunftsort außerhalb der Europäischen Union liegen
    http://curia.europa.eu/juris/documen...=1&cid=1920247

  20. #80
    Registriert seit
    26.06.2009
    Ort
    Wien
    Beiträge
    5.180

    Standard

    Das macht sicher ordentlichen Eindruck, wenn die Passagiere aussteigen müssen, weil ihr Flugzeug wegen 500 Euro gepfändet wurde ;-)
    Wer die Wahrheit im Wein sucht, darf nicht nach einem Achterl schon aufgeben.

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Lesezeichen

Forumregeln

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •