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Thema: Fax-Gerät noch notwendig?

  1. #1
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    Standard Fax-Gerät noch notwendig?

    Nur mal aus Interesse: Gibt es hier jemanden, der in seiner Kanzleiinfrastruktur in Zeiten von E-Mail und ERV auf ein Fax-Gerät verzichtet? Der einzig relevante Anwendungsbereich scheint mir (für Niederösterreich) die Abwicklung von Treuhandschaften mit der Kammer zu sein, wobei ich mir auch da nicht sicher bin, ob das zwingend über Fax abzuhandeln ist. Gibt es standesrechtlich irgendwelche Vorgaben in diese Richtung?

  2. #2
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    Ich finde es jedenfalls nötig.


    • Wenn ich schnell einem Gegner, Kollegen etwas mit Empfangsbestätigung schicken will, ist dies die einfachste Lösung
    • Einige MD haben keine Mail, aber ein Fax
    • Als Backup für einen kaputten Drucker/Scanner geeignet
    • Kostet nicht viel, keine Wartung nötig, wenig Platzbedarf.


    Alleine eine zweite Nummer würde man sich ggf sparen, wenn es man nicht mehrere Leitungen gebündelt hat, bei uns läft es über die Tel anlage und ich denke nicht, dass wir eine eigene Nummer haben (nur DW).

  3. #3
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    im BVergG ist der Telefax-Verkehr gesetzlich vorgesehen und in der Kommunikation zwischen Bietern und Auftraggeber üblich.

    Keine Ahnung, aber wahrscheinlich gibt es auch andere Rechtsmaterien, auf die das zutrifft.

    Ich versende auch an Kollegen immer wieder per Telefax. Umgekehrt trifft das auch auf viele Kollegen zu.

    Ein Fax ist heutzutage in jedem Drucker eingebaut. Der Mehraufwand für ein Fax ist mehr als überschaubar. Weshalb also für nahezu null Vorteil auf einen Kommunikationsweg verzichten, der zumindest in der eigenen Branche immer wieder gewählt wird?

  4. #4
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    Zitat Zitat von akw Beitrag anzeigen
    Weshalb also für nahezu null Vorteil auf einen Kommunikationsweg verzichten, der zumindest in der eigenen Branche immer wieder gewählt wird?
    Aus der Überlegung heraus, in einer Ein-Mann-Kanzlei sämtliche Akten elektronisch zu führen. Näheres nochmal hier. Ein Fax-Gerät benötigt Papier und (selbst bei elektronischen Fax-Lösungen direkt) einen klassischen Telefonanschluss. Im Moment würde ich wahrscheinlich nicht einmal letzteres in Anspruch nehmen. Ist aber zugegeben ein ziemlicher Sonderfall.

    Den Punkt mit dem Bundesvergabegesetz wusste ich (mangels einschlägiger Tätigkeit) nicht, danke jedenfalls für den Hinweis!

  5. #5
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    ich mag das fax nicht und gebe meine faxnummer auch in der korrespondenz nicht an. wenn jemand ein fax schicken will, verweise ich auf email, in eventu auf post. dennoch habe ich zur sicherheit eine faxnummer über www.faxonline.at, eben für alle fälle, diese lautet dann 233312222111 irgendsowas und kostet ein paar euro im monat, zum empfangen auch kein papier notwendig...

  6. #6
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    Ein unterfertigtes und per Fax übermitteltes Dokument erfüllt nach mittlereile nicht mehr ganz neuer Rechtsprechung (OGH 9 Ob 41/12p) das Formgebot der Schriftlichkeit (wenn es mal schnell gehen muss). Ob dies auch für per Email übermittelte Scan Kopien gilt, geht aus der Entscheidung für mich ganz nicht eindeutig hervor (es dürfte aber Manches darauf hindeuten).

    Zuletzt (2015) hat mir die RAK Wien erklärt, sie akzeptiert per Fax übermittelte Dokumente, nicht jedoch Scan Kopien (sofern nicht überhaupt Originale erforderlich sind).
    Geändert von DFC Prag (02.02.2017 um 10:13 Uhr) Grund: Tipper

  7. #7
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    Ich bin vor einem Dreivierteljahr umgezogen und habe am neuen Standort das Fax nicht mehr installiert.

    Es waren nur noch zwei Mandanten, die es genutzt haben. Der eine ist in Insolvenz gegangen, der andere, geleitet von einer 75-jährigen Dame, hat uns inzwischen verlassen (wohl nicht deswegen). Eine PC-Funktion zum Verschicken habe ich (weiß schon, es entspricht nicht dem Schriftlichkeitsgebot, wenn ich ein Blatt einscanne und dann als virtuelles Fax verschicke. Falls es jemand bemerkt.). Und bei wichtigen Dingen ist mir ein Einschreibzettel auch lieber als eine Faxbestätigung. Wenn partout einer was per Fax schicken will: Eine befreundete Kollegin sitzt eine Etage drüber, an die kann man was schicken - kam in neun Monaten einmal vor.

    Hauptgrund ist eigentlich, daß ich diese Technik hasse. Zieht Papier nicht richtig ein, und dann Besetztzeichen, oder man hat eine Fehlermeldung und weiß nicht, wieviele Seiten jetzt durchgegangen sind..... Ich hätte das Ding eh noch, und eine freie Telefonklappe wohl auch.... Aber ich finde das anachronistisch; das kommt noch aus einer Zeit, als es noch kein E-Mail gab. Ich habe ja auch keinen Lochkartenleser oder Telex mehr.
    Wir müssen uns stärker zu richtig gutem Deutsch committen. Sprache ist ein Key Asset bei dieser Challenge.

  8. #8
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    Zitat Zitat von Firmian Beitrag anzeigen
    Ich habe ja auch keinen Lochkartenleser oder Telex mehr.
    Oder mache Eingaben an der Gericht per Telegramm :-) (vgl. § 89 Abs 3. GOG)
    Das in der Verfassung geschützte Eigentum hat den Nachteil, dass Eigentümer sehr stark darüber verfügen können. (Michael Ludwig, SPÖ-Stadtrat in Wien)

  9. #9
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    Ich kenne auch Kanzleien, die ihre Korrespondenz am liebsten nur über Fax abwickeln - aus Gründen der Datensicherheit.

    Es handelt sich dabei allerdings um Kanzleien, die nur wenige Alltagsmandate (Verkehrsunfälle udgl.), dafür umso mehr "spezielle" Mandate abwickeln.

  10. #10
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    Wir haben ein klassisches Fax erst unlängst ersetzt. Kostet ein paar Hunderter und wir brauchen es - fast nur passiv - immer wieder.
    Aber wenn ich etwas abgesichert versenden wil, dann mache ich es gerne per Mail UND per Fax (statt auch Eingeschrieben/Rückschein).

    Nicht "jeder" Drucker hat ein Fax. Die günstigen Laser sicher nicht, bei den teuren kostet ein Add-On oft mehr als ein Standalone. Aber bei Multifunktionsgeräte (Scanner) ist es meist dabei, das stimmt - ich denke aber an Arbeitsplatzdrucker.

    Und ich habe auch immer gerne ein Backup, falls das Hauptgerät einmal nicht funktioniert (trotz Priority-Wartungsvertrag).

  11. #11
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    Über die Fritz!box können meines Wissens auch Faxe per Computer verschickt und empfangen werden. Rechtliche sollte das keinen Unterschied machen, da laut Wikipedia nur Bilddateien übertragen werden. Aber gab es da nicht kürzlich das Urteil, dass eine gescannte unterschriebene Kündigung via Whatsapp nicht gültig ist?

  12. #12
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    Zitat Zitat von kentbrockman Beitrag anzeigen
    Aber gab es da nicht kürzlich das Urteil, dass eine gescannte unterschriebene Kündigung via Whatsapp nicht gültig ist?
    Ja, gab es: http://www.ogh.gv.at/entscheidungen/...eber-whatsapp/
    Das in der Verfassung geschützte Eigentum hat den Nachteil, dass Eigentümer sehr stark darüber verfügen können. (Michael Ludwig, SPÖ-Stadtrat in Wien)

  13. #13
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    Ja, aber bei der WhatsApp-Kündigung ging es meines Erinnerns (ich habe nicht nachgeschaut) vor allem darum, daß die WhatsApp-Nachricht (im Gegensatz zu einem normalen E-Mail) nicht einfach ausgedruckt werden kann, weshalb sie der Schriftform nicht gleichzuhalten ist.

  14. #14
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    Interessant. Ist es zu schwer, ein Bild aus WhatsApp auf dem Handy abzuspeichern, per E-Mail an einen Firmen-PC weiterzuleiten und von diesem aus auszudrucken? Diese technische Kompetenz hätte ich dem durchschnittlichen WhatsApp-Nutzer schon zugetraut. Wie auch immer, im Umkehrschluss bedeutet diese Begründung aber wohl, dass ein E-Mail dem Schriftlichkeitsgebot entspricht, oder?

  15. #15
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    Also in der Praxis ist die PC/Mac-Webbrowser-Schnittstelle das aller einfachste - zum Schreiben, Bilder reinziehen und abspeichern.
    Oder ganze Chats per Mail (inkl Anhängen) versenden.

    PC-Fax-LÖöungen hatten wir schon 2003. Da und dort klappte das nicht, weshalb wir dann wieder auf das klassische Standgerät zurückgekommen sind. Da passieren die wenigsten Fehler, wird gleich ausgedruckt usw. Nur wenn das Papier ausgeht, kommt man uU ins Schwitzen.

  16. #16
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    Zitat Zitat von alias00 Beitrag anzeigen
    Wie auch immer, im Umkehrschluss bedeutet diese Begründung aber wohl, dass ein E-Mail dem Schriftlichkeitsgebot entspricht, oder?
    Eher ja, aber Du wirst den Zugang nur sehr schwer beweisen können. Bei fristauslösenden Erklärungen im Arbeitsrecht, insb. bei Kündigungen halte ich "echte" Schriftform, also ein Blatt Papier, aber für zumutbar. Man kann es ja auch persönlich überreichen.
    Das in der Verfassung geschützte Eigentum hat den Nachteil, dass Eigentümer sehr stark darüber verfügen können. (Michael Ludwig, SPÖ-Stadtrat in Wien)

  17. #17
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    Ich persönlich würde auch gerne auf das Fax verzichten, aber wir hatten schon ein paar Mal den Fall, dass das Fax die einzige Möglichkeit war, um eine Eingabe noch innerhalb der Frist abzuschicken. Insofern stellt es aus meiner Sicht eine Art Notlösung dar im Fall des Falles.

    Zu dem Thema eine verwandte Frage: Nutzt ihr die Möglichkeit, Briefe an Kollegen (außerhalb des Anwendungsbereiches der Direktzustellung) oder auch Briefe an Versicherungen mittels ERV zu übersenden? Meines Erachtens ist das die sicherste Übermittlung. Hinzu kommt, dass derartige Zustellungen von der anderen Seite wohl am schwersten ignoriert werden können (im Vergleich zu anderen Möglichkeiten der schriftlichen Kommunikation).
    "Wie das Gericht mal was in die Hand nimmt, stehts schlimm." - Der brave Soldat Schwejk

  18. #18
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    ERV - nein. Auch nicht Trustnetz.
    Aber kurz vor Ablauf einer Frist (zB Verjährung) habe ich schon gerne eine Bestätigungsmail des Empfängers oder ich faxe / sende eingeschrieben.

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