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Thema: Autokauf in bar in D - Grasser 2.0?

  1. #1
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    Standard Autokauf in bar in D - Grasser 2.0?

    Ich möchte mir demnächst in D ein Auto kaufen. Das Geld könnte ich zwar vorab überweisen, aber da ich das Auto noch nicht gesehen habe, doch ein gewisses Risiko (trotz Autohaus / Commerzbank, Mittelklassewagen und erst 18 Monate alt).
    Ich habe mir nun überlegt, das Geld in bar mitzunehmen, hatte aber das BUWOG-Verfahren in Erinnerung und daher nachgelesen.
    Innerhalb der EU, konkret von A nach D dachte ich, es sollte auch über 10tsd ohne weiteres möglich sein, oder?
    siehe BMF:
    "Danach müssen Reisende, die in die Gemeinschaft einreisen oder aus ihr ausreisen und Barmittel von 10.000 Euro oder mehr (oder den Gegenwert in anderen Währungen oder anderen leicht konvertiblen Werten wie auf Dritte ausgestellte Schecks) mit sich führen, diesen Betrag bei den Zollbehörden anmelden."

    Von A nach D = keine Aus- oder Einreise in die EU, da ja beides innerhalb.

    Auf help.gv.at steht jedoch
    "Innerhalb der EU besteht eine Anmeldepflicht für Reisende, die Bargeld in der Höhe von 10.000 Euro und mehr mitführen. Barmittel ab 10.000 Euro bzw. Fremdwährungen in der entsprechenden Höhe müssen bei der Einreise in bzw. bei der Ausreise aus EU-Mitgliedstaaten bei den Zollbehörden gemeldet werden."

    Das würde ich jetzt so lesen, dass ich doch anmelden muss ... Was meint ihr?

    P.S.
    Die Überstellung ist kein Problem, da kann ich in D Überstellungkennzeichen kaufen.
    Die NoVa muss ich freilich nachzahlen. Aber insgesamt eine feine Sache.
    Und abgesehen davon, dass es in D ein weit größeren Auswahl gibt und mehr Sonderausstattung vorhanden ist, ist mein Wunschfahrzeug nach 19 Monaten und 37tsd km um 40% unter dem LP zu haben. Vergleichbare Fzg mit 20-25tsd km waren leider schon weg.
    Geändert von cbk (24.10.2018 um 18:15 Uhr)

  2. #2
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    Innerhalb der EU kannst Du soviel Bargeld transportieren, wie Du magst.

    Daß die Herkunft aus versteuerten Quellen nachgewiesen werden kann, davon gehe ich bei Dir einmal aus.

    Wenn kurz vorher keine Kontoauszahlung erfolgt, könnte natürlich einer nachfragen, da es nicht der Lebenserfahrung entspricht, daß Leute in Deinem Alter zigtausende Euro legales Geld unter der Matratze lagern. (Das macht nur Grassers Schwiegermutter, aber die ist ja auch schon älter.)

    (Abgesehen davon, bei einem seriösen Autohaus, das nicht erst vor ein paar Monaten neu aufgemacht hat, würde ich persönlich mich schon trauen, etwas zu überweisen, aber mußt Du wissen.)
    Wer die Wahrheit im Wein sucht, darf nicht nach einem Achterl schon aufgeben.

  3. #3
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    Bei Erwerb von Fahrzeugen im EU-Ausland immer auch darauf aufpassen, dass man beim Erwerb neuer Fahrzeuge gemäß Art. 1 Abs. 8 und 9 i. V. m. Art. 2 UStG-BMR grundsätzlich auch als Privater wie ein Unternehmer behandelt wird. Man hat also als in Person mit Wohnsitz in Österreich, die in der BRD von jemandem mit Sitz in der BRD ein i. S. d. Art. 1 Abs. 8 und 9 UStG-BMR "neues" Auto erwirbt, in Österreich einen ig. Erwerb zu versteuern.

    Heißt: Es wird (neben der NoVA) österreichische USt fällig.

  4. #4
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    Aber das Fahrzeug ist ja schon 18 Monate alt. 6000 km hat es hoffentlich auch schon drauf.

    Wobei ich mal einen Fall mitbekommen hatte, irgendein Ferrari oder ähnliches, der zwar schon mehrere Jahre alt war, aber keiner hatte drauf geachtet, daß er die 6000 km noch nicht hatte.... Umsatzsteuerlich ein Neuwagen.
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  5. #5
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    Na wenn ich von einem Händler kaufe, wohl nicht USt in Ö, oder? Oder dann kann ich die dt. geltend machen zumindest.
    Es geht mir aber um die Frage, ob ich das Bargeld deklarieren muss - weil ich will weder blind kaufen, noch dem Autohaus Geld überweisen als Akonto bevor ich das Auto gesehen (und die Bonität des Hauses prüfen konnte). Bargeld erscheint mir hier als das sicherste ...

  6. #6
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    Zitat Zitat von cbk Beitrag anzeigen
    Na wenn ich von einem Händler kaufe, wohl nicht USt in Ö, oder? Oder dann kann ich die dt. geltend machen zumindest.
    Du bist als Rechtsanwalt ja sowieso Unternehmer und kennst das - wie wenn Du im Internet was bestellst mit der UID-Nummer und in Österreich den innergemeinschaftlichen Erwerb versteuerst (und normalerweise gleich als Vorsteuer wieder abziehst, also keinen Zahlungsfluß auslöst).

    Aber die Besonderheit bei Neu-Pkws ist die, daß auch für Privatpersonen dann die Unternehmerfiktion gilt und die Privatperson dann eine innergemeinschaftliche Einfuhr versteuern muß (und wirklich zahlen, da sie ja keine Vorsteuerberechtigung hat).

    Der deutsche Händler verkauft dann ust-frei. (zumindest theoretisch - in der Praxis verkaufen angeblich deutsche Autohändler aufgrund vertraglicher Vereinbarungen mit den Herstellern eh keine Neuwagen an Österreicher.)

    Hintergrund ist der, daß man bei solch hochpreisigen Artikeln nicht will, daß die Leute das Umsatzsteuergefälle ausnützen. Zwischen D und Ö ist's ja nur ein Prozentpunkt, aber manche Staaten haben ja 25%.... Bei allen anderen beweglichen Waren geht das ja.
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  7. #7
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    Also mein Nachbar hat schon importiert und meint, ich muss über 10tsd deklarieren.

    Dennoch: Ich finde dafür keine Deckung, weder in der allg. Info
    https://ec.europa.eu/taxation_custom...t_original.pdf

    noch in der Verordnung
    https://www.bmf.gv.at/finanzmarkt/ge...005.pdf?68uvz8

  8. #8
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    Da würde ich dem BMF schon glauben, daß es nur bei Ausreise aus der EU heraus gilt.

    https://www.bmf.gv.at/zoll/reise/mit...n-bargeld.html

    Schon allein, weil die Anmeldung beim Zollamt erfolgen soll, und zwischen Österreich und Deutschland gibt es ja keines.

    Und das Formular https://formulare.bmf.gv.at/service/...9999/Za292.pdf ist ja eindeutig nur darauf ausgerichtet.
    Geändert von Firmian (27.10.2018 um 18:14 Uhr)
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  9. #9
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    Übrigens giltst Du, auch wenn das Auto ins Betriebsvermögen kommt, aufgrund einer Fiktion im UStG trotzdem als Privater. Du mußt also keinen innergemeinschaftlichen Erwerb dafür versteuern. (Hab gestern erst das Gegenteil behauptet, falls das schon jemand gelesen hatte.)
    Geändert von Firmian (29.10.2018 um 10:04 Uhr) Grund: hab nochmal nachgedacht, hatte Unsinn geschrieben
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  10. #10
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    Danke - aber ich checke auch noch die Eilüberweisung von meiner Bank ... wenn die in 1h geht ist mir das noch lieber.

  11. #11
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    Würde ich auch machen. Die 25 Euro Mehrkosten machen es bei einem Autokauf auch nicht fett.

    Es ist natürlich subjektiv, aber größere Barbeträge riechen immer so nach Schwarzgeld. Bei grenzüberschreitenden Sachverhalten wird schon kein Amtshilfeersuchen kommen, aber wäre ich Steuerprüfer (und entsprechend engagiert) würde mir in Autohäusern mal anschauen, wer cash zahlt, und von denen eine Glaubhaftmachung verlangen, wo das Geld eigentlich herkommt.

    Selbst wenn da nichts rauskommt (wovon ich bei Dir natürlich ausgehe), ist das mit Mühen verbunden....
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  12. #12
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    Ein Anruf beim Zollamt hat ergeben, dass es eine Deklarationspflicht in/aus der EU gibt.
    Innerhalb der EU regeln dies die Staaten individuell.

    In Ö muss man es nicht angeben, es wird auch nicht kontrolliert.
    In D muss ich nur dann, wenn ich eine Kontrolle habe, das Bargeld angeben, aber z.B. nicht am Flughafen ungefragt.

  13. #13
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    Aha, wieder was gelernt.
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