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Thema: Elektrofahrzeug (Motorrad oder Auto) netto importieren?

  1. #1
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    Standard Elektrofahrzeug (Motorrad oder Auto) netto importieren?

    Als Unternehmer kann ich ja bei (betrieblichen) Käufen aus dem EU-Ausland ohne MWSt vom ausländischen Händler kaufen.

    Wenn ich ein für den Arbeitsweg genutztes Elektrofahrzeug (konkret Moped mit 3kW) importieren und anmelden will, muss ich den Datenbankauszug vom Finanzamt freischalten lassen, damit ich das Fahrzeug (nach Abschluss einer HPV) anmelden kann. Die Rechnung muss ich dem FA vorlegen.

    -> Muss ich die USt nachzahlen, wenn es nur eine Nettorechnung gibt?

    Ich könnte das Fahrzeug auch nur offorad nützen, muss es also nicht unbedingt anmelden. Dann würde freilich das Kriterium der betrieblichen Nutzung wegfallen, aber lassen wir dies einmal außer Betracht.

  2. #2
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    Absurderweise (zumindest teleologisch betrachtet, wenn das Ziel die Förderung der Elektromobilität sein soll) sieht das Finanzamt Elektro-Zweiräder (selbst E-Bikes) als Motorräder an, die nicht zum Vorsteuerabzug berechtigen - die Ausnahme von der Ausnahme gilt nur für Elektro-Pkws, die vorsteuerberechtigt sind.

    D.h. die österr. USt mußt Du also nachzahlen, also innergemeinschaftlicher Erwerb ohne Vorsteuerabzug.
    Wer die Wahrheit im Wein sucht, darf nicht nach einem Achterl schon aufgeben.

  3. #3
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    Danke, schade - so hab ich den Komm zu Art 12 leider auch gelesen ... also wenn ich eine neue kaufe und anmelden möchte und eine Nettorechnung vorlege, werde ich eine Aufforderung zur Zahlung der USt erhalten ... die (echte) Gebrauchte ist ja im Ausland endbesteuert und geht.

  4. #4
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    Hat aber jetzt - als Betriebsvermögen - nichts mit dem Zulassungsverfahren zu tun. Das ist einfach ein innergemeinschaftlicher Erwerb ohne Recht zum Vorsteuerabzug, die Zahlung ist dann in Deiner USt-Voranmeldung "untergemischt".
    Wer die Wahrheit im Wein sucht, darf nicht nach einem Achterl schon aufgeben.

  5. #5
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    Danke ... d.h. ich muss die 20% vom Nettokaufpreis in meine USt-Anmeldung aufnehmen? Weil bei § 12 Abs 2 Z 2a nur PKW genannt werden, oder?

    siehe auch: https://www.wtghw.at/content/elektro...otorr%C3%A4der


    Ich wühle mich gerade durch das Steuerrecht, weil es doch ein höherer Betrag ist und ich gerne eine Ausnahme für dieses saubere Verkehrsmittel gefunden hätte

    Vorsteuerabzug

    § 12.
    (1) Der Unternehmer kann die folgenden Vorsteuerbeträge abziehen:
    1. a)
    2. a) die entrichtete Einfuhrumsatzsteuer für Gegenstände, die für sein Unternehmen eingeführt worden sind,
    (2)
    1. a) Lieferungen und sonstige Leistungen sowie die Einfuhr von Gegenständen gelten als für das Unternehmen ausgeführt, wenn sie für Zwecke des Unternehmens erfolgen und wenn sie zu mindestens 10% unternehmerischen Zwecken dienen.
    b)
    2.
    Nicht als für das Unternehmen ausgeführt gelten Lieferungen, sonstige Leistungen oder Einfuhren,
    a)
    b)
    die im Zusammenhang mit der Anschaffung (Herstellung), Miete oder dem Betrieb von Personenkraftwagen, Kombinationskraftwagen oder Krafträdern stehen, ausgenommen Fahrschulkraftfahrzeuge, Vorführkraftfahrzeuge und Kraftfahrzeuge, die ausschließlich zur gewerblichen Weiterveräußerung bestimmt sind, sowie Kraftfahrzeuge, die zu mindestens 80% dem Zweck der gewerblichen Personenbeförderung oder der gewerblichen Vermietung dienen.
    2a.
    Lieferungen, sonstige Leistungen oder Einfuhren, die im Zusammenhang mit der Anschaffung (Herstellung), Miete oder dem Betrieb von Personenkraftwagen oder Kombinationskraftwagen mit einem CO2-Emissionswert von 0 Gramm pro Kilometer stehen und für die nicht nach § 12 Abs. 2 Z 2 lit. b ein Vorsteuerabzug vorgenommen werden kann, berechtigen nach den allgemeinen Vorschriften des § 12 zum Vorsteuerabzug. Z 2 lit. a bleibt unberührt.
    Geändert von cbk (16.04.2019 um 16:37 Uhr)

  6. #6
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    "Ein Versuch auf Vorsteuerabzug muss offengelegt und allfällig im Beschwerdeverfahren verfolgt werden."

    Aus obigem Link ... wäre es eine Idee, dem FA den Import mitzuteilen und eine Vorsteuer geltend zu machen?

    Oder noch einfach : die Vorsteuer in der Umsatzsteuermeldung (gleichzeitig mit der Erberbsteuer) geltend zu machen?

  7. #7
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    Jetzt muß ich selbst nachdenken....

    Bei Pkws und Krafträdern gilt ja die Fiktion, daß diese umsatzsteuerlich gar nicht für das Unternehmen angeschafft wurden. Daher eigentlich kein ig Erwerb und natürlich auch kein Vorsteuerabzug.

    Andererseits gibt es eine weitere Fiktion, daß bei Neuwägen und -krafträdern auch jeder Private als Unternehmer behandelt wird, also österr. USt zahlen muß (so ziemlich alles andere [außer Tabakwaren und ein paar Ausnahmen] kann man ja für den Eigengebrauch im Ausland mit ausländischer USt kaufen).

    Das hatte ich in der Praxis in diese Richtung noch nicht (in die Gegenrichtung schon, daß österr. Händler Neuwägen ins Ausland geliefert haben). Ich würde es wahrscheinlich dann trotzdem als ig Erwerb ohne Vorsteuerabzug darstellen - wüßte nicht, wie man es sonst machen sollte, Du hast ja keine eigene Steuernummer als Privatperson. (Kollege Flx, zweite Meinung?)

    Auf jeden Fall betrifft die Ausnahme von der Ausnahme im § 12 Abs 2 Z 2a nur Pkws und Kombis, aber keine Krafträder. Keine Ahnung, was sich die Beamten, die das Gesetz vorbereitet haben, dabei gedacht haben - zumal gerade E-Bikes anderweitig wieder besonders gefördert werden.
    Wer die Wahrheit im Wein sucht, darf nicht nach einem Achterl schon aufgeben.

  8. #8
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    Zitat Zitat von cbk Beitrag anzeigen
    "Ein Versuch auf Vorsteuerabzug muss offengelegt und allfällig im Beschwerdeverfahren verfolgt werden."

    Aus obigem Link ... wäre es eine Idee, dem FA den Import mitzuteilen und eine Vorsteuer geltend zu machen?

    Oder noch einfach : die Vorsteuer in der Umsatzsteuermeldung (gleichzeitig mit der Erberbsteuer) geltend zu machen?
    Das würde wahrscheinlich durchrutschen, aber widerspräche m.E. leider dem Gesetzeswortlaut und könnte im Entdeckungsfall ein Finanzstrafverfahren hervorrufen. (Vielleicht kommt man ja mit "fahrlässig" durch.)

    Ich wüßte auch nicht recht, worauf man eine Beschwerde stützen sollte - daß der Begriff "Pkw und Kombi" weit auszulegen sei und nicht unbedingt vier Räder haben muß? Oder gleich eine verfassungswidrige Ungleichbehandlung nach Anzahl der Räder?
    Wer die Wahrheit im Wein sucht, darf nicht nach einem Achterl schon aufgeben.

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