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Thema: (Ungewollt) Komische Konkursedikte

  1. #301
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    Zitat Zitat von cbk Beitrag anzeigen
    MD wird von mir 2005 wegen Vergewaltigung erfolgreich (Freispruch) vertreten, zahlt jedoch kein Honorar. Ich habe nun schon seit Jahren einen Exekutionstitel und dzt rund 7tsd Forderung. Jede Exe erfolglos, weil nach Drittschuldnerbekanntgabe gekündigt (Arbeiter).
    Zauberwort, va. in Strafsachen, heißt Akonto.. habe ich - wie wohl so viele - auf die harte Tour lernen müssen.. seitdem gibt es kein: ich zahle es Ihnen bestimmt, sobald der Lohn kommt.. ich überweise gleich morgen.. die Schwester wird es Ihnen überweisen, etc..

    Seitdem ich darauf bestehe spätestens 2 Wo vor der Vhd (wg § 11 Abs 2 RAO) das gesamte anlässlich der VHD anfallende Honorar zu erhalten (ansonsten Auflösung des Mandats), gibts keine bösen Überraschungen mehr..

    ganz, ganz selten durchbreche ich diesen Grundsatz. Bin bei diesen wenigen, speziellen Fällen (da konnte ich den/die Mdt doch schon sehr gut einschätzen) jedoch noch nie enttäuscht worden

  2. #302
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    Zitat Zitat von cbk Beitrag anzeigen

    Ich bin für sinnvolle Entschuldung, aber nur für ehrliche Menschen.
    Da stimme ich Dir zu!

    Ich habe früher mal in einer Kanzlei mit eher "wilder" Klientel gearbeitet. Mit welcher Nonchalance da betrügerische Konkurse als Mittel zur Kostenreduktiion eingesetzt werden und, auch wenn's jetzt nach Klischee klingt, das Auto auf den Cousin umgemeldet wird, ist wirklich ungeheuerlich. Ein Schlüsselerlebnis war es für mich, als ich mich mal mit einem Mandanten beim Masseverwalter traf - ich kam mit der Straßenbahn, während er gerade den Mercedes SLC der insolventen GmbH direkt vor dem Haus des Insolvenzverwalters einparkte. Der Masseverwalter fragte auch nach dem Auto - das hätte er verkauft und mit dem Erlös ausstehende Löhne bezahlt. Wie der Käufer hieß, wisse er nicht mehr. Fall erledigt.

    Der Mann hatte übrigens auch eine "Fake-Wohnung" mit ein paar alten Möbeln, nur für den Exekutor! An seiner realen Wohnung war er nicht gemeldet.

    Ich habe natürlich (wenn auch nach innerem Ringen) meine Verschwiegenheitsverpflichtung ernstgenommen.

    Ich finde auch, die Gerichte sollten dem hinterhergehen, wenn ein GmbH-Geschäftsführer routinemäßig unterschreibt, daß er keine 4.000 Euro Vermögen für die Verfahrenseröffnung aufbringt, so oft wie das vorkommt. (Daß Vermögen nicht automatisch Bargeld heißt, wissen viele wahrscheinlich nicht mal.)
    Wer die Wahrheit im Wein sucht, darf nicht nach einem Achterl schon aufgeben.

  3. #303
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    Hab' mich gerade in einer Schuzldnervertretung über die Gläubigerschutzverbände geärgert. Wie selbstverständlich wird das bei einer angeotenen Quote von über 50% dann gesagt, nein das nehmen wir nicht, es muss mindestens der pfändbare Einkommensteil 84 mal (sprich auf 7 Jahre) über wiesen werden. Die IO sieht das halt anders (5 Jahre) und mein Hinweis, dass das über 100 % wären war dem lieben Herrn aus egal...

  4. #304
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    Zitat Zitat von Ysl1 Beitrag anzeigen
    Hab' mich gerade in einer Schuzldnervertretung über die Gläubigerschutzverbände geärgert. Wie selbstverständlich wird das bei einer angeotenen Quote von über 50% dann gesagt, nein das nehmen wir nicht, es muss mindestens der pfändbare Einkommensteil 84 mal (sprich auf 7 Jahre) über wiesen werden. Die IO sieht das halt anders (5 Jahre) und mein Hinweis, dass das über 100 % wären war dem lieben Herrn aus egal...
    Ja, Sturköpfe gibt es auf beiden Seiten.

    Gerade, wenn man keinen Betrug vermutet (kenn' Deinen Fall natürlich nicht) kann man als Gläubiger ja schon mal ein bißchen entgegenkommen. Zumal ich als Gläubiger keinen Wert drauf legen würde, das 7 (oder 5) Jahre beobachten zu müssen, ob der seinen Zahlungspflichten nachkommt.
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  5. #305
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    Zitat Zitat von rafsok Beitrag anzeigen
    Zauberwort, va. in Strafsachen, heißt Akonto. Bin bei diesen wenigen, speziellen Fällen (da konnte ich den/die Mdt doch schon sehr gut einschätzen) jedoch noch nie enttäuscht worden
    Ja mein Fall war auch aus 2005 ... aber ich bin erst kürzlich wieder enttäuscht worden, wo zwar ein Akonto gezahlt wurde, aber dann nichts mehr. Ab jetzt gilt wieder und fix: 100% Akonto oder keine Übernahme .... wobei wenn ich alle Einnahmen, die ich ohne Akonto erhalten habe zusammenrechne, dann ist das schon iO, aber trotzdem man arbeitet nicht gern umsonst, außer für VfH ;-)

  6. #306
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    Zitat Zitat von cbk Beitrag anzeigen
    aber trotzdem man arbeitet nicht gern umsonst, außer für VfH ;-)
    heute haben wir in die Kanzlei eine unangeforderte Papierzustellung erhalten.. gute 5.000 Seiten (2 volle Kopierpapierboxen zu je 2.500 S).. eine Verfahrenshilfe..
    und was für eine.. §§ 133, 146, 147, 148 StGB ff Schaden in Millionenhöhe.. und der Angkl ehemaliges Mitglied eines ganz besonderen Berufsstandes

  7. #307
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    (bitte Strangtitel im Auge behalten)
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  8. #308
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    Zitat Zitat von Firmian Beitrag anzeigen
    Ich finde auch, die Gerichte sollten dem hinterhergehen, wenn ein GmbH-Geschäftsführer routinemäßig unterschreibt, daß er keine 4.000 Euro Vermögen für die Verfahrenseröffnung aufbringt, so oft wie das vorkommt. (Daß Vermögen nicht automatisch Bargeld heißt, wissen viele wahrscheinlich nicht mal.)
    Mein Vorschlag für den Gesetzgeber wäre ja: Wenn ein Zahlungspflichtiger (also Geschäftsführer oder Mehrheitsgesellschafter) die 4.000 Euro nicht aufbringt (auch nicht mit angemessenem Zahlungsplan), wird amtswegig das Insolvenzverfahren über ihn als natürliche Person eröffnet. Manche Hartgesottenen würden das noch als Goodie ansehen, aber es würde wahrscheinlich doch manche zum Nachdenken bringen. Viele betreiben ja ein Gewerbe auf eigene Rechnung, das wäre dann ja weg, wenn sie dann ihr eigenes Insolvenzverfahren nicht vorfinanzieren. Und bei den Angestellten kann man's ja vom Gehalt exekutieren.
    Wer die Wahrheit im Wein sucht, darf nicht nach einem Achterl schon aufgeben.

  9. #309
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    Entzug der Gewerbeberechtigung nicht Nichteröffnung mangels Masse nach § 13 Gewo.

    Amtswegige Löschung einer GmbH bei Nichteröffnung mangels Masse bei dementsprechendem Antrag der WK oder FA ebenso möglich.

    LG

  10. #310
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    Das ist klar, die GmbH wird durch die Nichtzahlung der 4.000 Euro geopfert. Aber das ist ja oft der Zweck des Ganzen: In der GmbH Schulden aufhäufen, alles entnehmen, und dann warten, daß irgendeiner die GmbH in Konkurs schickt (bzw. eben der Konkurs nicht eröffnet wird) oder löscht. Natürlich ist das betrügerisch, aber in der Praxis passiert nach meinem Eindruck meistens nichts.

    Aber oft haben die Geschäftsführer bereits eine neue GmbH oder lassen das Gewerbe als Einzelunternehmen weiterlaufen*. Wenn dann ein amtswegiges Insolvenzverfahren über den (Ex-) Geschäftsführer eröffnet würde, würde er sich das vielleicht nochmal überlegen.

    *) da würde wohl auch ein Gewerbeauschlußgrund vorliegen, wenn der Betreffende als Verantwortlicher einer GmbH einen nicht eröffneten Konkurs verursacht hat. Aber ich weiß nicht, inwieweit das bei einem bestehenden Gewerbe herauskommt.
    Geändert von Firmian (Gestern um 14:14 Uhr)
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